Physik statt Feuer

So klappt die Wärmewende im Riedstädter Altbau!

Ein voll besetzter Saal im Rathaus Goddelau, brennende Fragen und greifbare Lösungen: Das Werkstattgespräch „Wärmepumpen auch im Altbau“ zeigte: Das Interesse an einer unabhängigen und klimafreundlichen Wärmeversorgung in Riedstadt ist groß. Rund 80 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, um sich über Technik, Kosten und Praxiserfahrungen aus der Nachbarschaft zu informieren.

 

Die Botschaft des Abends war klar: Der Abschied von fossilen Brennstoffen ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern technisch auch im Gebäudebestand machbar. „Wir müssen den Stopp für die Verbrennung einleiten“, betonte Sanierungsmanager Prof. Dr.-Ing. Benjamin Krick in seinem einführenden Vortrag. „Das bringt uns im Klimaschutz weiter, macht uns unabhängiger und wir sparen langfristig viel Geld“.

 

 

Das Prinzip: Warum die Wärmepumpe effizienter ist
Unter dem Leitmotiv „Physik statt Feuer“ erklärte Krick den entscheidenden Vorteil der Technologie. „Während Gas- oder Ölheizungen wertvolle Ressourcen verfeuern, macht die Wärmepumpe vorhandene Umweltwärme nutzbar“, so Krick. Wie bei einem Kühlschrank, der Wärme aus seinem Inneren in den Wohnraum transportiert, bringt die Wärmepumpe Wärme aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser in den Raum – und nutzt dabei elektrischen Strom, der zumindest teilweise auch von der eigenen PV-Anlage stammen kann.

 

 

Die Maximallösung: Hohe Eigenversorgung durch Photovoltaik und Wärmepumpe
Wie ein „Rundum-Sorglos-Paket“ aussehen kann, zeigte Holger Thiesing aus Seeheim. Der Diplom-Ingenieur, der berufliche Wurzeln in der Messtechnik und der Raumfahrt hat, präsentierte die Umstellung seines Bungalows aus dem Jahr 1977 als konsequente „Maximallösung“.


Thiesing kombinierte die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer leistungsstarken Photovoltaik-Anlage, einem Batteriespeicher und einem E-Auto. Das Ergebnis beeindruckte das Publikum: Obwohl das System ursprünglich als Hybrid-Lösung mit der bestehenden Gasheizung geplant war, zeigte die Praxis, dass die Wärmepumpe vollkommen ausreicht – und das sogar bei einem ungünstigen Einrohr-Heizsystem. 

 

Durch die intelligente Nutzung des selbst erzeugten Sonnenstroms produziert Thiesing den Strom für seine Wärmepumpe etwa zur Hälfte selbst, wie er anhand von Grafiken anschaulich erläuterte,  hat Thiesing ein hohes Maß an Unabhängigkeit von externen Energieversorgern erreicht.

 

 

Der pragmatische Weg: Mit geringen Mitteln viel erreichen
Um enorme Einsparungen zu erzielen, muss nicht zwingend das gesamte Heizsystem ausgetauscht werden, bewies Dr. Klaus-Geert Heyne aus Erfelden. Der ehemalige Professor für Kolbenmaschinen an der Hochschule Rhein-Main ist ein Mann vom Fach, wenn es um Thermodynamik geht. Er präsentierte einen pragmatischen, kostengünstigen Weg, der die Bereitschaft, sich auf neues einzulassen erfordert.

 

Mit einem modernen Klima-Splitgerät (Luft-Luft-Wärmepumpe) anstelle einer Elektro-Heizung, einer 18 cm starken Außendämmung der Fassade und einer in Eigenleistung ausgeführten Dachbodendämmung senkte er seinen Energiebedarf drastisch und spart nun jährlich fast 2.500 € Stromkosten. 

Besonders spannend: Als Sicherheit für extreme Kältetage steht in seinem Haus zwar noch ein klassischer Holzofen als Notheizung bereit – dieser wurde jedoch im gesamten letzten Winter kein einziges Mal benötigt.


Ein wichtiges Signal setzte Dr. Heyne auch zum Thema Alter: Mit seinen 81 Jahren ist er der lebende Beweis dafür, dass moderne Technik und eine energetische Sanierung für jede Generation ein Gewinn sind. „Hätten wir schon früher machen sollen“, so sein Fazit. 

Durch die hohen Energieeinsparungen, geringe Anschaffungskosten und die staatliche Förderung amortisiert sich sein System bereits nach rund acht Jahren.

 

Dialog auf Augenhöhe
Die rege Beteiligung zeigte: Das Thema bewegt die Menschen. Das Publikum brachte sich mit vielen Fachfragen ein, die von den Referenten kurzweilig und verständlich beantwortet wurden. Auch nach dem offiziellen Teil riss der Gesprächsfaden nicht ab: Bis zu einer Stunde nach Veranstaltungsende standen die Experten in kleinen Gruppen für individuelle Beratungen zur Verfügung – ein deutliches Zeichen für den Erfolg des Abends.

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Zur Bundesförderung Effiziente Gebäude

Der volle Rathaussaal der Büchnerstadt zeugt vom großen Interesse am Thema. 

(C) Krick

Heizen mit Wärmepumpen auch im Altbau

Werkstattgespräch zu Grundlagen, Beispielen und Förderung

Für Dienstag, 7. April lädt das Umweltamt der Büchnerstadt Riedstadt 
um 18 Uhr zu einer Infoveranstaltung über Wärmepumpen ins 
Rathaus Goddelau ein.


„Mit Wärmepumpen zu heizen wird in Zukunft ganz normal sein“, sagt Riedstadts Bürgermeister Marcus Kretschmann. „In Riedstadt gibt es bereits Beispiele, wie das auch im Altbau funktioniert“, ergänzt Sanierungsmanager Krick. 


Den beiden ist daran gelegen, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger von der kostengünstigen und umweltfreundlichen Technologie zu überzeugen. Nicht zuletzt, weil der Strom auch vor Ort erzeugt werden kann, und nicht wie Gas oder Öl aus anderen Teilen der Welt bezogen werden muss. „So können wir die regionale Wertschöpfung steigern“, meint Kretschmann.


In einem Werkstattgespräch informiert die Büchnerstadt über die Technik und Möglichkeiten. Krick wird den Abend mit einem einführenden Vortrag zur Funktion und zu unterschiedlichen Wärmepumpenarten eröffnen. 


Mit von der Partie ist auch der Seeheimer Elektro-Ingenieur Holger Thiesing. Er wird seine Erfahrungen mit einer Luft-Wasser Wärmepumpe im Altbau teilen. 

Von einer noch recht unbekannten Möglichkeit des Heizens mit Wärmepumpen berichtet Dr. Klaus-Geert Heyne. Er erprobt in seinem Haus in Erfelden ein Klima-Splitgerät zur Beheizung. „Das geht erstaunlich gut und preiswert in der Anschaffung“, berichtet er.
 

Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht nötig.

 

Programm

 

18:00 Uhr  Begrüßung | Bürgermeister Marcus Kretschmann

 

 

18:10 Uhr  Wärmepumpen: Sinn, Funktion, Konzepte | Benjamin Krick

 

18:40 Uhr Die Luft-Wasserwärmepumpe in meinem Altbau | Holger Thiesing, Solarblüte Seeheim-Jugenheim

 

19:00 Uhr Heizen mit dem Klima-Splitgerät | Klaus-Geert Heyne, Erfelden

 

19:20 Uhr  Fragerunde

Die Büchnerstadt veranstaltet mit dem Passivhaus Institut und der Solarblüte Seeheim Jugenheim am 26. März ein Webinar.

2025
Heizen mit Wärmepumpen auch im Altbau

Wärmepumpen sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Gesellschaft.  Auch im Altbau sind sie wirtschaftlich und effizient. 

Das zeigen Jürgen Schnieders vom Passivhaus Institut, Riedstadts Sanierungsmanager Benjamin Krick und Holger Thiesing von der Solarblüte Seeheim-Jugenheim, die alle über eigene Erfahrungen mit Wärmepumpen verfügen.


Doch welche Wärmepumpe ist die richtige? 

In einem Online-Seminar der Büchnerstadt mit dem Passivhaus Institut und der Solarblüte Seeheim-Jugenheim wird am Mittwoch, 26. März um 19 Uhr erklärt, warum Wärmepumpen sinnvoll sind, wie sie funktionieren und welche unterschiedlichen Konzepte es gibt. 


Außerdem gibt es Informationen über konkrete Kosten bei der Installation und über die Betriebskosten. Denn schließlich sind die Kosten ein wesentliches Entscheidungskriterium, wie ein Gebäude künftig mit Wärme versorgt wird. 

Abschließend wird ein ermutigendes Beispiel einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau vorgestellt.
 

Programm

 

19:00 Uhr  Begrüßung | Sabine Stillfried, IG-Passivhaus 

 

 

19:10 Uhr  Wärmepumpen: Sinn, Funktion, Konzepte | Benjamin Krick, Büchnerstadt Riedstadt / Hochschule Darmstadt

 

19:35 Uhr Heizen mit dem Klima-Splitgerät | Jürgen Schnieders, Passivhaus Institut

 

20:00 Uhr Die Luft-Wasserwärmepumpe in meinem Altbau | Holger Thiesing, Solarblüte Seeheim-Jugenheim

 

20:20 Uhr  Fragerunde | Moderation: Sabine Stillfried, IG-Passivhaus

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